Presseinformationen



13.09.2019 Was kann ein Minijob?
(Presseinformation Nr. 12)

Was kann ein Minijob?

Jobcenter präsentiert Wanderausstellung und räumt mit Irrtümern auf

Dortmund – Kaum etwas hält sich so beständig wie Fehlinformationen über Rechte und Pflichten bei Minijobs. Die Vor- und Nachteile dieser Beschäftigungsverhältnisse zeigt das Jobcenter Dortmund im Rahmen einer Wanderausstellung vom 12.09.2019 bis zum 24.09.2019 plakativ auf acht Säulen in wechselnden Räumlichkeiten (siehe unten).

Minijobs sind grundsätzlich für eine kürzere Beschäftigungsdauer und einem monatlichen Verdienst bis zu 450,00 Euro gedacht. Sie sind nicht steuer- und sozialversicherungspflichtig. Eine Befreiung von der Rentenversicherung kann erfolgen. Arbeitgeber zahlen dabei einen Pauschalbetrag. Arbeitnehmer sind nicht krankenversichert, begründen auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I und in der Regel auch keinen Rentenanspruch.

Dennoch bestehen Ansprüche der 450-Euro-Kräfte auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub und den gesetzlichen Mindestlohn.

Weil diese Punkte häufig nicht bekannt sind, werden Minijobs in vielen Branchen für die bessere Beschäftigungsmöglichkeit betrachtet. Die Ausstellung zeigt durch einfache Rechenbeispiele, dass die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse deutliche finanzielle Vorteile für den Betrieb bringt.

„Die Ausstellung richtet sich an alle Interessierten, an Arbeitgebende und Arbeitnehmende. Die Umwandlung von Minijobs hat für alle Vorteile: Angestellte entwickeln eine engere Bindung an den Betrieb und bringen sich mehr ein. Betriebe profitieren finanziell und decken neue Potentiale zur Deckung des Fachkräftebedarfs auf. Unsere Mitarbeitenden stehen während der Ausstellungsdauer jeweils von 09.00 bis 12.00 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie informieren über attraktive Förder- und Qualifizierungsmöglichkeiten“, wirbt die neue Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, Dr. Regine Schmalhorst.

Sie können die Ausstellung an folgenden Tagen hier besuchen:

12. bis 13.09.2019, Jobcenter Königshof 1

16. bis 17.09.2019, Jobcenter Steinstraße 39

19. bis 20.09.2019, Jobcenter Kaiserhain 1

23. bis 24.09.2019, Jobcenter Kampstraße 49

 

Testen Sie als Arbeitgeber die Wirtschaftlichkeit Ihrer Minijobs über unseren Modellrechner unter: http://www.jobcenterdortmund.de/site/minijob/

Gerne beraten wir Sie auch unter der Rufnummer 0231/ 842-1670.

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Was kann ein Minijob?
29.08.2019 Jobcenter bekennt Farbe
(Presseinformation Nr. 10)

 

Jobcenter bekennt Farbe

Sozialer Arbeitsmarktdienstleister tritt dem Dortmunder Netzwerk gegen Antisemitismus bei.

 

Dortmund – nach der Stadt Dortmund, der Polizei und rund 20 weiteren Organisationen spricht sich nun eine weitere große lokale Institution offen gegen Antisemitismus in der Stadt aus: das Dortmunder Jobcenter hat vergangene Woche die Grundsatzerklärung des Netzwerks zur Bekämpfung des Antisemitismus unterzeichnet. „Ich halte es – gerade in der heutigen Zeit - für immens wichtig, immer wieder deutliche Signale für Vielfalt und Toleranz zu setzen. Wenn wir uns als Institution daran beteiligen können, dass das passiert, finde ich das richtig klasse. Außerdem freut es mich persönlich außerordentlich, dass ich als Noch-Geschäftsführer im Namen des Jobcenters die Erklärung unterzeichnen darf“, sagt Frank Neukirchen-Füsers, der die Grundsatzerklärung noch vor seinem anstehenden Amtswechsel zur Bochumer Arbeitsagentur unterschrieben hat.                   

In der Vergangenheit hat das Jobcenter Dortmund bereits immer wieder die Gelegenheit genutzt, sich positiv für Diversität auszusprechen. So hat der Unterzeichner der Charta der Vielfalt in diesem Jahr gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern den "DiversityParcours" im Dortmunder Studieninstitut mitveranstaltet. Auch aktuell zeigt das Jobcenter wieder Flagge: rund 50 sichtbare Aufkleber mit der Aufschrift „Vielfalt“ zieren die Glasflächen in den fünf Dienststellen.

Aktionen wie diese erarbeiteten rund 30 Mitarbeitende des Jobcenters in zwei Arbeitskreisen, die sich den Themen „Diversity“ und „Demokratie und Menschenrechte“ widmen. „Die Geschäftsführung unterstützt diese engagierten Arbeitskreise, um innerhalb der Belegschaft, wie auch nach außen, den Diversity-Gedanken sowie demokratische Grundwerte immer wieder zu betonen und dadurch voranzutreiben“, berichtet Frank Neukirchen-Füsers. Für ihre Mitarbeit werden die Mitarbeiter freigestellt. Weitere Informationen über das Jobcenter Dortmund finden Interessierte unter jobcenterdortmund.de (Rubrik „Service“ – „Das Jobcenter Dortmund – über uns“).

 

 

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PI_11_Antisemitismus.pdf
23.07.2019 Jobcenter und Arbeitsagentur am Donnerstag wegen Hitze früher geschlossen
(Presseinformation Nr. 9)

Jobcenter und Arbeitsagentur am Donnerstag wegen Hitze früher geschlossen

Aufgrund der hohen Temperaturen schließen alle Dienststellen der Dortmunder Arbeitsverwaltung am 25. Juli vorzeitig um 16 Uhr. Vorsprachen sind bis 18 Uhr nur mit Termin möglich.

 

Dortmund – bei vorhergesagten 38 Grad und größtenteils nicht-klimatisierten Räumen haben die Geschäftsführungen des Jobcenters und der Agentur für Arbeit Dortmund beschlossen, am kommenden Donnerstag die offiziellen Öffnungszeiten zu verkürzen. Kunden ohne einen Termin können ihre Anliegen bis 16 Uhr klären, danach bleiben die Türen der fünf Jobcenter-Dienststellen sowie die der Arbeitsagentur geschlossen.

 

Von der Schließung unberührt bleiben lediglich die bereits vereinbarten Termine nach 16 Uhr, beispielsweise in der Arbeitsvermittlung. Unterminierte Vorsprachen sind regulär wieder am Freitag ab 07:30 Uhr möglich. Wer bei den sommerlichen Temperaturen nicht lange warten möchte, hat unter jobcenterdortmund.de die Möglichkeit, für alle Anliegen der Eingangszonen der Jobcenter einen Online-Termin zu vereinbaren und ohne Wartezeit dranzukommen.

 

Durch die vorzeitige Schließung erhalten die Beschäftigten angesichts der hohen Temperaturen die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Gleitzeit- und Überstundenregelung, früher nach Hause zu gehen. Das Jobcenter Dortmund und die Agentur für Arbeit Dortmund bitten um Verständnis.

 

 

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PI_09_Hitzefrei.pdf
18.07.2019 Wechsel an der Spitze des Jobcenters
(Presseinformation Nr. 8)

Wechsel an der Spitze des Jobcenters

Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers wechselt nach Bochum. Frau Dr. Regine Schmalhorst tritt seine Nachfolge an.

 

Bochum/Dortmund- Nach fast 15 Jahren als Geschäftsführer eines der größten Jobcenter Deutschlands, steht für Frank Neukirchen-Füsers eine berufliche Veränderung an: ab September wechselt der 60-Jährige vom Jobcenter Dortmund in den Vorsitz der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bochum. „Nach rund 15 Jahren Aufbau, Entwicklung und Verstetigung der Arbeit im Jobcenter Dortmund habe ich eine neue und interessante Herausforderung gesucht. Die Bundesagentur für Arbeit befindet sich im Wandel und ich hoffe viele Erfahrungen in die „Agentur der Zukunft“ einbringen zu können“, kommentiert der Dortmunder seine Entscheidung.

 

Im Jahr 2002 wechselte Frank Neukirchen-Füsers von der Agentur für Arbeit Essen nach Dortmund. Als Geschäftsführer für das operative Geschäft der Dortmunder Arbeitsagentur setzte er sich schon früh für eine gemeinschaftliche und rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit ein. 2003 nahm unter seiner Führung, gemeinsam mit der Sozialverwaltung, das Jobcenter24 für Jugendliche und junge Erwachsene seinen Betrieb auf. Diese Einrichtung für junge Menschen war Vorläuferin des heutigen Jugendberufshauses. 2004 wurde die Konzeption für die gemeinsame Einrichtung nach dem SGB II entwickelt. 2005 wurde Frank Neukirchen-Füsers zum Geschäftsführer des Jobcenter Dortmund gewählt.

 

„Als Geschäftsführer des Jobcenters war es mir immer wichtig, unter den bestehenden Rahmenbedingungen des SGB II, das Beste für langzeitarbeitslose Menschen und die Stadt in diesem System zu erreichen. Ich blicke auf eine interessante, spannende und herausfordernde Zeit des Aufbaus und der Entwicklung der Institution Jobcenter zurück. Prägend für meine Arbeit in Dortmund war das kooperative Miteinander und das gegenseitige Vertrauen der Mitarbeitenden und der Partner in der Stadtgesellschaft. Dies zeigte sich beispielsweise im Kontext Flucht und Migration, als unter schwierigsten Bedingungen die richtigen Angebote für geflohene Menschen geschaffen werden mussten. Nur dank dieser guten Zusammenarbeit ist es auch immer wieder aufs Neue gelungen, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose zu schaffen. Sei es mit der Umwandlung von Minijobs, neuen eigenen Förderprojekten oder der vollumfänglichen Ausnutzung gesetzlicher Förderprogramme - in Kooperation mit vielen Netzwerkpartnern konnten stets neue und innovative Modelle erprobt und verstetigt werden. 

 

In Bochum freue ich mich auf ähnliche, aber auch auf neue Herausforderungen, wie die Entwicklung der lebensbegleitenden Beratungsprozesse und die Sicherung des Fachkräftebedarfs im technologischen Wandel“, so Frank Neukirchen-Füsers.

 

Nachfolgerin von Frank Neukirchen-Füsers wird Dr. Regine Schmalhorst, die jetzige Leiterin der Agentur für Arbeit Bochum. Die 47-Jährige übernimmt die Aufgabe als Geschäftsführerin nahtlos zum September.

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PI_08_Wechsel_an_der_Spitze.pdf
13.06.2019 Jobcenter Dortmund am 19.06.2019 geöffnet
(Presseinformation Nr. 7)

Jobcenter und Agentur für Arbeit am 19.06.2019 geöffnet

 

Aufgrund des Feiertages Fronleichnam öffnen das Jobcenter und die Agentur für Arbeit Dortmund außerplanmäßig am Mittwoch, den 19. Juni 2019. Kundinnen und Kunden können ihre Anliegen in der Zeit von 07.30 bis 12.30 Uhr persönlich klären. Dies gilt für alle Liegenschaften des Jobcenters und der Agentur für Arbeit im Dortmunder Stadtgebiet.

 

Die kostenlose Hotline für Arbeitnehmer (0800 45555 00) und Arbeitgeber (0800 45555 20) steht in der Zeit von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung. Das Service-Center des Jobcenters ist ebenfalls montags bis freitags in der Zeit von 08.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. Feiertage ausgenommen.

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Öffnungszeiten Frohnleichnam
21.05.2019 „Mitmachmesse“ ein voller Erfolg
(Presseinformation Nr. 6)

„Mitmachmesse“ ein voller Erfolg

1700 Besucher kamen zur interaktiven Job-, Bildungs- und Gesundheitsbörse „ARBEIT (ER)LEBEN“ in der DASA

Live erleben wie leckere Gerichte entstehen, professionelle Malertechniken ausprobieren oder an einem Yoga-Schnupperkurs teilnehmen – das und vieles mehr konnten die 1735 Besucher der DASA Arbeitswelt Ausstellung am 15. Mai. Zum zweiten Mal führten Jobcenter und Agentur für Arbeit zusammen mit der DASA Arbeitswelt Ausstellung die interaktive Großveranstaltung ARBEIT (ER)LEBEN für Dortmunder Arbeitssuchende durch.

Bei freiem Eintritt konnten sie an zahlreichen Mitmachaktionen rund um die Themen „Jobs“, „Weiterbildung“ und „Gesundheit“ teilnehmen. Über 30 Aussteller zeigten auf anschauliche Art, welche Vakanzen, Weiterbildungsgänge oder Gesundheitskurse sie anbieten. Die Deutsche Post zeigte mit ihrem StreetScooter den modernen Arbeitsalltag ihrer Mitarbeiter, bei Amazon konnten Interessierte mit einer VR-Brille das Lager erkunden und REWE Dortmund ließ die Besucher im echten 40-Tonnen-LKW sitzen und frisch zubereitete Weißwurst probieren.

Auch der kulinarische Genuss kam nicht zu kurz: Die Dortmunder Tafel zeigte mit Live-Koch-Vorführungen inklusive anschließender Verköstigung, dass gesundes, günstiges und vor allem leckeres Kochen funktioniert. Die Schülerfirma des Paul-Ehrlich-Berufskollegs schnibbelte, pürierte und presste in Rekordtempo Obstsalate, Smoothies, Säfte und Gemüsesticks für die Besucher. Wer an drei verschiedenen Aktionen teilgenommen hatte, erhielt zum Dank eine Rezepttüte mit frischen, saisonalen Bio-Lebensmitteln und passendem Rezept zum Nachkochen. Gepackt wurden die Tüten von Arbeitskräften der „Abokiste“, einem Angebot der Werkhof Service GmbH. BVB-Maskottchen EMMA, der TEDi-Bär und die Hip-Hop-Gruppe „Loyal T“ sorgten für gute Stimmung.

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PI_ARBEIT_(ER)LEBEN_2019.pdf
20.05.2019 Online-Termine und WLAN
(Presseinformation Nr. 5)

Online-Termine und WLAN ab sofort in jedem Dortmunder Jobcenter

Der Arbeitsmarktdienstleister weitet sein digitales Serviceangebot weiter aus.

 

Dortmund- Einen Antrag auf Leistungen stellen, einen Umzug anmelden oder den Arbeitsvertrag einreichen – diese und viele andere Anliegen können Bezieher von Arbeitslosengeld II in den fünf Eingangszonen des Dortmunder Jobcenters erledigen. Damit die Kunden bei ihrem Besuch der Eingangszone nicht lange warten müssen, hatte das Jobcenter Dortmund vor einem Jahr die Online-Terminvergabe eingeführt. Nachdem der Service zunächst am Jobcenter an der Kampstraße getestet wurde, steht er ab sofort an allen fünf Standorten zur Verfügung. „Die flächendeckende Einführung der Online-Terminierung ist ein wichtiger Schritt zu mehr Kundenfreundlichkeit. Die meisten Vorsprachen im Jobcenter sind planbar – zum Beispiel, wenn ein Umzug ansteht oder die Betriebskostenabrechnung eingereicht werden muss. Wer vorher einen Termin bucht, kommt punktgenau dran und hat so schnell wie möglich wieder Zeit für andere Dinge“, so Geschäftsführer des Jobcenters Frank Neukirchen-Füsers.

In der Kampstraße nutzen im Durchschnitt 100 Menschen im Monat die Möglichkeit der Online-Terminierung. Wenn es nach Frank Neukirchen-Füsers geht, können es gerne mehr werden: „In der Testphase haben wir festgestellt, dass Onlinetermine vor allem für Neuanträge genutzt werden. Wir wünschen uns, dass unsere Kundinnen und Kunden den Service auch stärker für alle übrigen Dienstleistungen der Eingangszone nutzen. Gerade zu stark frequentierten Zeiten - wie um die Mittagszeit – profitieren alle von den Onlineterminen - die Kundinnen und Kunden, da sie ohne Wartezeit drankommen und unsere Mitarbeitenden, da sie den Kundenzulauf einfacher steuern können“. 

Falls es doch zu Wartezeiten kommt, bietet das Jobcenter Dortmund ab sofort einen weiteren Service: freies WLAN in allen Dienststellen.

Online-Termine lassen sich direkt über die Startseite jobcenterdortmund.de buchen: auf den Button „Termine online vereinbaren“ klicken, zuständiges Jobcenter, Anliegen sowie Wunschdatum und Uhrzeit auswählen und Terminbestätigung erhalten. Gebuchte Termine können übrigens bis kurz vor dem Termin wieder über das Portal storniert werden.

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WLAN und Onlinetermine
02.04.2019 Bescheiderklärung im Aktionsbüro
(Presseinformation Nr. 4)

Bescheiderklärung im Aktionsbüro

Jobcenter berät am Borsigplatz

 

Dortmund- Das Jobcenter Dortmund bietet neben seinen regelmäßigen Angeboten zur individuellen Leistungsberatung und Bescheiderklärung am Standort Südwall 5-9 ab Donnerstag dem 04.04.2019 neue Beratungsmöglichkeiten im Aktionsbüro am Borsigplatz 1 an. In der Zeit von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr können Kundinnen und Kunden des Jobcenters unangemeldet ohne Termin dieses Angebot wahrnehmen, wenn sie Verständnisfragen zu ihren Leistungsbescheiden oder ein komplexes leistungsrechtliches Anliegen haben.

Alle Beratungsmöglichkeiten finden sich auf der Homepage (www.jobcenterdortmund.de) im Veranstaltungskalender.

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Bescheiderklärung im Aktionsbüro
20.03.2019 Das entkoppelte Leben des Brian
(Presseinformation Nr. 3)

Das entkoppelte Leben des Brian

Wie junge Menschen in Dortmund wieder an das Unterstützungssystem angedockt werden können

 

Dortmund- „Entkoppelt“- kommt von dem englischen Begriff „disconnected Youth“ und meint den Zustand, wenn junge Menschen den Kontakt zu Familie, Schule oder Arbeitswelt verloren haben und letztlich wohnungslos geworden sind. Sie haben nicht nur persönliche Bindungen weitestgehend hinter sich gelassen, sie haben auch eine Distanz zu staatlicher Unterstützung aufgebaut. Oft sind ihre Problemlagen durch ungünstige Übergangsverläufe gekennzeichnet. Schwierige familiäre Situationen, Schulabsentismus, fehlende berufliche Perspektive, das Scheitern der persönlichen Selbstständigkeit, Suchterfahrungen und Obdachlosigkeit. Schätzungsweise 37.000 jungen Menschen geht es in Deutschland so. Aber wie geht man mit dieser vielschichtigen Problematik um?

Die Ausstellung der Deutsche Bahn Stiftung „Entkoppelt“, die gegenwärtig bis zum 21.03.2019 im Dortmunder Hauptbahnhof gezeigt wird, nahmen die Akteure des Jugendberufshauses Dortmund zum Anlass, das Licht auch lokal auf diese Personengruppe zu richten. Die Ausstellung porträtiert 20 junge Menschen mit unterschiedlichsten Lebensverläufen und Hintergründen aus ganz Deutschland. Als nächstes wird die Wanderausstellung im Hauptbahnhof Dresden zu sehen sein.

Das Jugendberufshaus Dortmund ist eine gemeinsame Anlaufstelle für junge Menschen mit Schwierigkeiten im Bereich der beruflichen Orientierung, familiärer Schieflagen und der Grundversorgung, die unter einem Dach von der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und dem Jugendamt der Stadt Dortmund an der Steinstraße 39 betrieben wird. Hier erhalten junge Menschen gebündelt die Hilfe aus einer Hand, um ihnen einen Weg in eine berufliche Perspektive zu vermitteln. Über gesetzliche Fördermöglichkeiten hat das Jobcenter Dortmund ein Projekt aus der Taufe gehoben, in dem durch aufsuchende Jugendarbeit außerhalb des behördlichen Kontextes wieder ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden soll, auf dessen Basis in der Folge weitere Schritte sukzessive unternommen werden sollen, um die jungen Menschen letztlich wieder in das System der staatlichen Unterstützungsleistungen zurückzuholen. Konkret bedeutet dies, sie mit psychologischer Betreuung, einer Wohnung und Geldleistungen für den Lebensunterhalt und Anbindungen an soziale Gefüge zu versorgen. Sodann kann gemeinsam eine berufliche Perspektive erarbeitet werden.

Regine Kreickmann, Bereichsleiterin des Jobcenters im Jugendberufshaus resümiert: „Projekte dieser Art brauchen zunächst eine gewisse Anlaufzeit für das Aufschließen von Strukturen, das Kennenlernen von Helfernetzwerken, Treffpunkten und man muss übliche Zeiten und Gewohnheiten der jungen Menschen kennenlernen. Seit dem Projektstart im September 2018 wurden 370 junge Männer und Frauen angesprochen. Davon haben wir 25 in das Projekt aufgenommen und bereits acht von ihnen konnten erfolgreich wieder in die Mitte der Gesellschaft zurückkehren.“ Auch Daniela Pollei vom Projektteam „Dock16“, das über den Träger grünbau in der Mallinckrodtstraße 138 mit vier Mitarbeitenden verortet ist, teilt diese Erfahrungen: „Die Aufbauphase war zunächst sehr wichtig, um Schnittstellen klar zu ziehen und Netzwerke zu spinnen. Inzwischen läuft die Arbeit sehr gut. An Beispielen wie Brian merken wir, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind.“

Damit meint sie den 18jährigen Brian Donavan Winzeck. Als sie ihn kennenlernte, hatte er keine Ausbildung, das Elternhaus war zerrüttet und durch mehrere Schieflagen, auch Gewalterfahrungen, gekennzeichnet. Mehrfach war er im Heim untergebracht und konnte aber auch dort nicht länger bleiben. Seine beste Freundin wurde Opfer eines Tötungsdeliktes im Februar 2018 in einem Parkhaus in Dortmund Hörde. Sein Leben als Punker nahm keinen perspektivischen Verlauf. Von einem erfolgreichen Start ins Berufsleben war er so weit entfernt, wie das rettende Ufer für einen Ertrinkenden. Doch dann kamen die ersten Kontakte durch die aufsuchende Sozialarbeit zustande. Man lerne sich kennen, fasste Vertrauen und entwickelte gemeinsame Perspektiven. Brians psychosoziale Situation konnte stabilisiert werden. Er erhält nun Leistungen für den Lebensunterhalt vom Jobcenter und gemeinsam wird eine Wohnung für ihn gesucht. Eine wichtige Sorge weniger. Abgesichert und stabilisiert ist der Kopf nun wieder frei für die Zukunft. Inzwischen hat sich Brian zu einem selbstbewussten und motivierten Menschen entwickelt. Entsprechend zuversichtlich blickt er in seine Zukunft: „Als erstes möchte ich meinen Realschulabschluss machen und dann auf jeden Fall eine Ausbildung als Gerüstbauer beginnen.“

Welchen Verlauf sein Leben ohne dieses Projekt genommen hätte, wäre spekulativ, aber viel Phantasie braucht es nicht, um zu erkennen, dass der gleiche Erfolg sich sicherlich nicht in der konkreten Gestalt ergeben hätte.

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Das entkoppelte Leben des Brian
07.02.2019 Service Center für lokale Arbeit zieht Halbzeitbilanz
(Presseinformation Nr. 2)

Service Center für lokale Arbeit zieht Halbzeitbilanz

Bereits mehr als 100 Langzeitarbeitslose wieder mit Anstellung

Dortmund, 06.02.2019. Fachkräfte entlasten und Erwerbslosen Chancen bieten – so lautet das ambitionierte Ziel des Service Center für lokale Arbeit (SCA). Im Herbst 2017 gab Arbeitsminister Karl-Josef Laumann mit einem Förderbescheid über 5,5 Millionen Euro den Startschuss für das deutschlandweit einmalige Vorhaben, mit dem langzeitarbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Jetzt ziehen die Projektverantwortlichen eine Zwischenbilanz: Das System funktioniert!

Dortmund setzt mit dem SCA ein Zeichen gegen Langzeitarbeitslosigkeit. Selbstgesetztes Ziel des Modellprojektes, das seit Juni 2017 und noch bis zum 30. September 2019 läuft, ist die Vermittlung von 210 langzeitarbeitslosen Menschen in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Die Bilanz zur Projekthalbzeit fällt positiv aus: „Über 100 Integrationen konnten bereits realisiert werden“, freut sich Heike Bettermann, Geschäftsführerin Markt und Integration im Jobcenter Dortmund. „Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis. Alle Beteiligten sind sehr motiviert und insbesondere die Unternehmen positiv überrascht“, fügt Bettermann hinzu.

Langfristig umdenken

Das bundesweit einzigartige Projekt richtet sich an Menschen, die seit mindestens vier Jahren Arbeitslosengeld II beziehen und absehbar keine Beschäftigungschancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben. Über öffentliche Vergaben und dem Aufbau neuer, einfacher Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt in den Betrieben am Standort Dortmund, sowie durch den geförderten Ausbau einfacher Tätigkeiten in stadtgesellschaftlich relevanten Feldern, sollen Langzeitarbeitslose in Dortmund neue Beschäftigungsperspektiven bekommen.


„Statt den Menschen nur befristete Jobs ohne Anschlussperspektive anzubieten, setzt das SCA auf die langfristige Unterstützung örtlicher Betriebe. An- und Ungelernte sollen hier einfache Arbeiten übernehmen und dadurch das Fachpersonal nachhaltig entlasten. Das erhöht die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund.

Betriebsakquisiteure wenden sich gezielt an wirtschaftlich starke Unternehmen mit Personalnot und ermitteln ihre Umstrukturierungspotenziale. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt durch das SCA in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter.

Das Projekt wird mit einer Integrationsprämie für die Schaffung eines Arbeitsplatzes für ein Jahr gefördert, zudem unterstützt das SCA sowohl die Firmen als auch die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Eingliederungsphase durch ein Coaching-Angebot. „Viele Langzeitarbeitslose haben seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr zum Arbeitsmarkt und bedürfen einer intensiven Betreuung. Damit werden die Unternehmen selbstverständlich nicht allein gelassen“, sagt Birgit Zoerner, Sozialdezernentin der Stadt Dortmund. „Auf diese Weise können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Ruhe kennenlernen.“

Neue Perspektiven für beide Seiten

Denn was den Langzeitarbeitslosen hilft, dient letzten Endes auch den Unternehmen. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen Tätigkeiten im Helfersegment, die sonst auf den Schultern der Fachkräfte lasten. Diese können sich in der Folge wieder verstärkt ihren eigentlichen Aufgaben widmen.

„Wir fühlen uns in unserem Ansatz bestätigt und blicken zuversichtlich in die zweite Projekthälfte“, resümiert Thomas Westphal. „Was als Modellprojekt begann, könnte nicht nur in Dortmund, sondern auch in anderen Städten und Regionen Deutschlands Schule machen.“

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Service Center für lokale Arbeit zieht Halbzeitbilanz
01.02.2019 Bescheid(-)wissen
(Presseinformation Nr. 1)

Bescheid(-)wissen

Jobcenter bietet Erklärung der Leistungsbescheide an

Dortmund- Den Bescheid einer Behörde zu verstehen fällt nicht immer leicht. Bescheide sind häufig voll von Begrifflichkeiten, die der Rechtssprache entliehen sind und müssen zudem formale Anforderungen erfüllen. Um die Verständlichkeit zu fördern oder ganz konkrete einzelfallbezogene Fragen zu klären, bietet das Jobcenter Dortmund ab sofort eine neue, individuelle Bescheiderklärung an. Fünf Kolleginnen und Kollegen stehen montags, dienstags, donnerstags und freitags in der Zeit von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr am Jobcenter-Standort Südwall 5-9 für Kundinnen und Kunden des Jobcenters zur Verfügung. Wer diesen Service in Anspruch nehmen möchte, kann während der genannten Zeiten ohne Termin oder Vorankündigung eine Beratung in den Räumen 334-340 in Anspruch nehmen.

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Bescheid(-)wissen
21.12.2018 Jobcenter am 02. Januar geöffnet
(Presseinformation Nr. 30)

Dortmund- Aufgrund der Weihnachtsfeiertage, Silvester und Neujahr öffnet das Jobcenter Dortmund außerplanmäßig am Mittwoch, den 02. Januar 2019. Kundinnen und Kunden können ihre Anliegen in der Zeit von 07.30 bis 12.30 Uhr persönlich klären. Dies gilt für alle Liegenschaften des Jobcenters im Dortmunder Stadtgebiet.

 

Telefonisch ist das Service-Center des Jobcenters immer montags bis freitags in der Zeit von 08.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. Feiertage ausgenommen.

 

Das Jobcenter Dortmund wünscht Allen ein schönes Weihnachtsfest und einen angenehmen Jahreswechsel.

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PI_30_Öffnungszeiten.pdf
13.12.2018 Vom Geflüchteten zur Fachkraft
(Presseinformation Nr. 29)

Vom Geflüchteten zur Fachkraft

Wenn Motivation und Engagement zusammenkommen kann es klappen!

Dortmund- In Deutschland ist seit einiger Zeit immer wieder die Rede vom sogenannten Fachkräftemangel. Insbesondere ist aus den Reihen des Handwerks zu hören, dass junge Leute immer seltener Ausbildungsberufe wie Bäcker, Dachdecker oder Reinigungsfachkräfte ergreifen. Auf der anderen Seite gibt es beispielsweise in Dortmund rund 5.700 Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und nach dem Spracherwerb versuchen, beruflich Fuß zu fassen.

„Wir wollen unter anderem mit dieser Veranstaltung erreichen, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Viele junge Menschen wollen heute nach dem Abitur lieber studieren und keine Ausbildung im Handwerk beginnen. Dabei sind die Verdienstmöglichkeiten in den insgesamt 111 Ausbildungsberufen im Handwerk durchaus attraktiv“, erklärt Joachim Susewind, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen.

Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ organisiert in Kooperation mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer, gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium, gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und dem Bildungskreis Handwerk Dortmund und Lünen, dem Multikulturellen Forum und dem Jobcenter Dortmund ein Veranstaltungsformat, das zwei wichtige Punkte miteinander vereint: Einerseits sollen Arbeitgeber von den positiven Erfahrungen anderer Handwerksbetriebe bei der Einstellung von Flüchtlingen profitieren und Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Fördermöglichkeiten erhalten. Andererseits können interessierte Unternehmen bei einem „Job-Speed-Dating“ in einen direkten Austausch mit 20 anwesenden Geflüchteten einsteigen.

„Menschen mit Fluchtbiographie erleben wir überwiegend als ausgesprochen motiviert und engagiert, eine berufliche Tätigkeit aufnehmen zu wollen. Nach einer vorangegangenen sprachlichen Qualifikation, wollen wir die überwiegend jungen Menschen fundiert qualifizieren, damit sie nachhaltig ihren Platz am Arbeitsmarkt finden. Sie besitzen sie ein großes Potential für den Fachkräftebedarf im Handwerk“, erklärt der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Zunächst gab es eine Podiumsdiskussion mit dem Kreishandwerksmeister Christian Sprenger, den heimischen Handwerksmeistern Kai-Uwe Kullig, Ulrich John und Alexander Schwanitz. Sie berichteten von ihren positiven Erfahrungen. Durchweg lobten sie die hohe Einsatz- und Lernbereitschaft ihrer heutigen Azubis. Allerdings wurde auch deutlich, dass bei Eintritt in die Ausbildung das Sprachniveaus häufig noch ausbaufähig war. In den jeweiligen Betrieben war man sehr engagiert und brachte in Kooperation mit dem Bildungskreis Handwerk e.V. weitere Qualifizierungen auf den Weg. „Der Bildungskreis Handwerk e.V. ist gegenwärtig der einzige zertifizierte Träger für Sprachqualifizierungen im gewerblich-technischen Bereich, der durch das BAMF anerkannt wird. Insbesondere im Hinblick auf die Abschlussprüfungen in der Berufsschule ist es wichtig, hier flankierend zu unterstützen“, erklärt der Geschäftsführer des Bildungskreises Handwerk e.V. Volker Walters.

An verschiedenen Ständen konnten die rund 30 eingeladenen Handwerksbetriebe sich zu Fördermöglichkeiten und zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von geflüchteten Menschen durch das Jobcenter Dortmund, das Multikulturelle Forum und die Handwerkskammer beraten lassen.

Im November 2018 verzeichnete das Jobcenter Dortmund einen Bestand von rund 5.700 arbeitssuchenden Menschen mit Fluchthintergrund. Darunter waren 519 ausgebildete Fachkräfte und 274 Menschen mit akademischem Bildungsniveaus. Im Verlauf des vergangenen Jahres nahmen 1.256 Geflüchtete eine Beschäftigung auf, 242 eine Ausbildung. Tendenz steigend.

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Vom Geflüchteten zur Fachkraft
05.12.2018 Einen Tag im Jobcenter
(Presseinformation Nr. 28)

Einen Tag im Jobcenter

16 Schwerbehinderte hospitierten erstmalig bei dem sozialen Arbeitsmarktdienstleister     

 

Dortmund- „Funktioniert das wirklich?“, „Kann ich mir das nicht einmal irgendwo anschauen?“, „Wie geht das denn konkret?“ – solche oder ähnliche Fragen stellen sich viele schwerbehinderte Menschen, wenn sie überlegen, sich auf eine Stelle im öffentlichen Dienst zu bewerben. Im Rahmen der Aktionswoche der Menschen mit Behinderung vom 3. bis 7. Dezember veranstaltete das Jobcenter Dortmund erstmalig einen Hospitationstag für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen. 16 Personen nahmen die Gelegenheit wahr, hinter die Kulissen eines der größten Jobcenter Deutschlands zu blicken.

 

Unter ihnen war auch Till Gerlach. Der 50-Jährige hat sich für den Tag der Hospitation im Jobcenter angemeldet, weil er sich beruflich verändern möchte. „Ich mache meinen Job jetzt seit neun Jahren und merke einfach: da geht noch mehr. Ich bin offen für Veränderung und möchte beruflich weiterkommen“, sagt der gebürtige Dortmunder. Till Gerlach, bei dem die Ärzte bereits als Schüler multiple Sklerose diagnostizierten, hat Volkswirtschaft studiert, als Marketingleiter in der Tabakindustrie gearbeitet und sich später in der Werbebranche selbstständig gemacht. Als sein Gesundheitszustand die Arbeit als Unternehmer nicht mehr zuließ, verkaufte er die Firma und arbeitet seitdem als Angestellter im Telekommunikationssektor. Um seinem Bedürfnis nach beruflicher Selbstverwirklichung nachzukommen, engagiert Till Gerlach sich über seine Arbeit hinaus. Zum dritten Mal wählten ihn seine Arbeitskollegen zur Vertrauensperson für Schwerbehinderte im Betrieb. Nebenbei ist er in Behindertenpolitik aktiv und als Vorstandsmitglied des Inklusionsbeirates der Stadt Dortmund tätig. „Ich lasse mich von meiner Behinderung nicht unterkriegen. Ich bin aktiv und nutze alle Möglichkeiten, die ich erhalte.“

 

So nutzt Till Gerlach den Hospitationstag im Jobcenter, um ein weiteres Beschäftigungsfeld für sich zu erkunden. Von der Aktion erfahren hatte Till Gerlach von Dirk Henke, dem Inklusionsbeauftragten des Jobcenters Dortmund. Die beiden lernten sich auf einer Veranstaltung des Inklusionsbeirates kennenlernt. „Mit dem Tag der Hospitation möchten wir Schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen die Gelegenheit geben, die Prozesse in der Arbeitsverwaltung kennenzulernen, ihnen neue Impulse geben und Perspektiven eröffnen. Jedem der 16 Hospitierenden zeigte eine Kollegin oder ein Kollege aus der Arbeitsvermittlung, der Leistungsgewährung oder der Eingangszone einen Tag lang den Arbeitsalltag in dem jeweiligen Bereich“, erklärt Dirk Henke.

 

Till Gerlach durfte einen Tag Anna Spielvogel begleiten, die als Arbeitsvermittlerin im Jobcenter am Kaiserhain arbeitet. Sie zeigte ihm wie ein Kundendatensatz aufgebaut ist, ließ ihn bei Beratungsgesprächen zuhören und beantwortete Till Gerlachs Fragen. Dieser zeigte sich sehr zufrieden mit seiner Hospitation: „Besonders beindruckt hat mich das gute Arbeitsklima unter den Kollegen. Auch war es interessant zu erfahren, dass es im Jobcenter tolle Möglichkeiten der Personalentwicklung gibt - etwas, das mir in meinem jetzigen Job fehlt.“

 

Aktuell arbeiten 111 schwerbehinderte und rechtlich gleichgestellte Menschen im Jobcenter Dortmund. Das entspricht einer Quote von 10 Prozent und liegt damit deutlich über den gesetzlich geforderten 5 Prozent. „Unser Ziel ist es, den Anteil schwerbehinderter Beschäftigter noch weiter zu steigern“, erklärt Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer des Jobcenters. „Wir möchten die berufliche Akzeptanz dieser Personengruppe steigern, ihr Potenzial stärker nutzen und uns damit als Arbeitgeber in Zeiten des demografischen Wandels zukunftssicher aufstellen.“ Um diese Ziele zu erreichen, hat das Dortmunder Jobcenter in diesem Jahr eine Inklusionsvereinbarung unterzeichnet, die konkrete Maßnahmen enthält, beispielsweise zum Ausbau der behindertengerechten Arbeitsplatzgestaltung.

 

Till Gerlach fühlt sich nach dem Tag der Hospitation bestätigt, dass der öffentliche Dienst ein interessanter Arbeitgeber für ihn ist. Bei der nächsten passenden Ausschreibung möchte er sich auch beim Jobcenter bewerben.

 

Weitere Informationen über das Jobcenter Dortmund als Arbeitgeber sind auf der Website jobcenterdortmund.de unter Service  /  Jobcenter Dortmund - Über uns  abrufbar.

Für Rückfragen zum Thema Inklusion im Jobcenter Dortmund stehen die beiden Inklusionsbeauftragten Dirk Henke unter 0231-8421453 und Frau Katharina Schultejans unter 0231-8429355, oder per E-Mail unter Jobcenter-Dortmund.Inklusionsbeauftragte@jobcenter-ge.de zur Verfügung.

 

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PI_28_Einen_Tag_im_Jobcenter.pdf
28.11.2018 Jobcenter mit Familienfreundlichkeit, Inklusion und Innovation auf Erfolgskurs
(Presseinformation Nr. 27)

Jobcenter mit Familienfreundlichkeit, Inklusion und Innovation auf Erfolgskurs

Zum ersten Mal erhielt eine öffentliche Einrichtung das Dortmunder Personalmanagement Prädikat.

Dortmund- Die Tagesmutter ist krank, die Kita streikt, die Großeltern sind verreist – viele erziehende Arbeitnehmer kennen die unangenehme Situation, wenn die Kinderbetreuung überraschend ausfällt und gleichzeitig die dienstlichen Pflichten rufen. Beschäftigte im Jobcenter Dortmund haben eine entscheidende Option: Sie können ihr Kind im Notfall mit ins Büro nehmen. Eine Lösung bietet die sogenannte „KidsBox“, die an den Arbeitsplatz gerollt wird und diesen im Handumdrehen zum Eltern-Kind-Zimmer macht. So haben Eltern die Möglichkeit, am eigenen Arbeitsplatz zu arbeiten, während die Kinder im gleichen Raum spielen. Mittlerweile steht in jeder der fünf Dienststellen des Jobcenters eine KidsBox bereit. „Die KidsBox ist nur eines der vielen Angebote, über die das Jobcenter Dortmund verfügt, um seinen Beschäftigten die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu erleichtern“, erklärt Iris Lamay, Gleichstellungsbeauftragte im Jobcenter Dortmund. „Dazu gehören auch die flexible Arbeitszeitregelung, die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten oder auch die große Auswahl an Teilzeitvarianten. Außerdem bieten wir Beschäftigen Beratungen zu Themen wie Elternzeit, Elterngeld, Telearbeit oder Rente an und veranstalten Treffen für beurlaubte Beschäftige, Väterkonferenzen und Frauenversammlungen.“

 

Anerkennung für das Engagement, das das Jobcenter bei Personalthemen zeigt, gab es in diesem Jahr von der Initiative „New Deals“. Diese verlieh dem Jobcenter - als erste öffentliche Einrichtung überhaupt - das Dortmunder Personalmanagement Prädikat. Neben den vielfältigen Angeboten rund um die Familienfreundlichkeit, überzeugten die Jury auch die Bestrebungen des Jobcenters zur Inklusion. Obwohl das Jobcenter nicht zur Einhaltung der sogenannten Schwerbehindertenquote verpflichtet ist, unterzeichnete es in diesem Jahr eine Vereinbarung zur Inklusion, mit der der Anteil behinderter Mitarbeiter auf über zehn Prozent gesteigert werden konnte. Zur Erreichung des Ziels sollen, neben einer notwendigen Neugestaltung der Arbeitsplätze, individuelle Qualifizierungspläne sowie angepasste Arbeitszeitregelungen beitragen. „Mit neuen Personalkonzepten, wie der zur flexiblen Gestaltung der Arbeit oder Diversity, versucht das Jobcenter zum einen, sich als moderner Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte zu bewähren und gleichzeitig auch Vorbild für gute Beschäftigung in unserer Stadt zu sein“, betont Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund.

 

Mit der Entscheidung, dass das Jobcenter das Dortmunder Personalmanagement Prädikat, das in den bisherigen acht Ausschreibungen ausschließlich an Privatunternehmen ging, tragen darf, erkennt die „New Deals“-Jury an: Das Jobcenter Dortmund befindet sich aktuell auf den Weg von einer „Behörde“ hin zu einem modernen „Beratungsunternehmen“. Um diesen Entwicklungsprozess zu vollziehen, setzt das Jobcenter verstärkt auf Mitarbeiterbeteiligung. Vor einem Jahr hat die Geschäftsführung das hausinterne Projekt „Jobcenter der Zukunft“ ins Leben gerufen, bei dem sich über 100 Mitarbeitende in Arbeitsgruppen zusammengefunden haben und gemeinsam an einer Strategie arbeiten, wie die zukünftige Arbeit im Jobcenter aussehen soll. Sie beschäftigen sich u. a. mit Fragen zur besseren Kundenkommunikation, innovativen Prozessen oder zur räumlichen Gestaltung. „Wir haben damit einen neuartigen Beteiligungsprozess gestartet, um gemeinsam mit unseren Beschäftigten die notwendigen Weichen für ein zukunftssicheres Jobcenter zu stellen. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten sehr engagiert an den Themen mit. Wir als Geschäftsführung stehen ihnen dabei unterstützend zur Seite und sorgen dafür, dass erste Ideen bereits umgesetzt werden“, so Frank Neukirchen-Füsers.

 

Weitere Informationen über das Jobcenter Dortmund als Arbeitgeber sind auf der Website jobcenterdortmund.de unter Service  /  Jobcenter Dortmund - Über uns  / Karriere im Jobcenter Dortmund abrufbar.

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PI_27_Kidsbox.pdf
23.11.2018 Job und Kind – das geht!
(Presseinformation Nr. 26)

Job und Kind – das geht!

Netzwerk fördert beruflichen Wiedereinstieg für Alleinerziehende

 

Dortmund- Das Netzwerk „Beruflicher Wiedereinstieg für Alleinerziehende“ organisierte vergangenen Mittwoch (14.11.2018) einen Infotag für alleinerziehende Mütter, die nach der Kinderpause wieder beruflich durchstarten wollen. Die Besucherinnen hatten Gelegenheit, sich über berufliche Neuorientierung, qualifizierende Maßnahmen und Beschäftigungsangebote zu informieren, oder an einer Typberatung, einem Bewerbungsmappencheck, einem Bewerbungsfoto-Shooting und verschiedenen Workshops teilzunehmen. Während die Kundinnen des Jobcenters die Angebote intensiv für sich nutzen konnten, wurde für eine Betreuung der Kinder gesorgt. Rund 300 Frauen folgten der Einladung in den Jobcenter-Standort an der Kampstraße.

Darunter war auch Maria Krokhmalyova (Foto). Die 23-jährige alleinerziehende Mutter hat zwei Kinder im Alter von einem und vier Jahren und ist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz als Zahnmedizinische Fachangestellte: „Ich bin bereit für einen Neuanfang. Die konkreten Unterstützungsangebote hier finde ich sehr hilfreich, um wieder eine Perspektive zu entwickeln.“ Heike Bettermann, Geschäftsführerin für den Bereich Markt und Integration im Jobcenter Dortmund betont die Zielsetzung der Veranstaltung: „Der Infotag zum Wiedereinstieg soll bei der beruflichen Orientierung und Planung einen umfassenden Überblick über die bestehenden Angebote, Beratungsstellen und Weiterbildungsmöglichkeiten in Dortmund bieten.“

Die Netzwerkkoordination erfolgt über das Mütterzentrum Dortmund e.V., die Arbeit des Netzwerkes wird vom Landesministerium NRW für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, sowie der Landesinitiative Netzwerk W gefördert. Coralie Siebert vom Netzwerk ‚Beruflicher Wiedereinstieg für Alleinerziehende‘ bekräftigt: „Die Resonanz ist gut, der Bedarf ist in jedem Fall gegeben. Wir haben diesen Infotag mit den Netzwerkpartnern zum fünften Mal organisiert und werden dieses Unterstützungsangebot auch in Zukunft fortsetzen.“

 

 

Die 19 Netzwerkpartner sind: Agentur für Arbeit Dortmund, Arbeitslosenzentrum Dortmund, Beratungsstelle Westhoffstraße des Vereins Soziales Zentrum, Bianca Eikermann Systemische Therapie/ Supervision/ Coaching, Diakonisches Werk Dortmund und Lünen gGmbH, Evangelisches Bildungswerk Dortmund - Arbeitsbereich Familienbildung, EWZ Entwicklungszentrum für berufliche Qualifizierung und Integration GmbH, Familien-Projekt Dortmund, Frauenzentrum Huckarde 1980 e.V., Grone-Bildungszentrum gGmbH NRW, Haus der Vielfalt - VMDO e.V., Jobcenter Dortmund, Jugendamt der Stadt Dortmund, Katholische Bildungsstätte für Erwachsenen- und Familienbildung KBS, Kompetenzzentrum Frau und Beruf Westfälisches Ruhrgebiet, maxQ. im Bfw- Unternehmen für Bildung, Weiterbildungszentrum NRW, Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum Dortmund e.V., Wirtschaftsförderung Dortmund, Frau.Innovation.Wirtschaft

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Job und Kind – das geht!
20.11.2018 Jobcenter lädt zum Tag der Hospitation
(Presseinformation Nr. 25)

Jobcenter lädt zum Tag der Hospitation

Die Behörde stellt sich Schwerbehinderten am 03. Dezember 2018 als Arbeitgeber vor

 

Dortmund- Das Jobcenter Dortmund ist mit rund 1.100 Mitarbeitenden ein großer Arbeitgeber in Dortmund. In diesem Jahr hat es als erste Behörde die Prädikatsauszeichnung „New Deals“ als Arbeitgeber erhalten. Unter anderem, weil es sich selbst eine Inklusionsvereinbarung gegeben hat, die klare Ziele zur Steigerung des Beschäftigtenanteils von schwerbehinderten oder rechtlich gleichgestellten Personen enthält. Sowohl die Arbeitsplätze als auch die Arbeitsabläufe sollen für diese Personen individuell bestmöglich eingerichtet werden, um ihnen berufliche Teilhabe über ein hohes Maß an Barrierefreiheit zu ermöglichen.

Am 03.12.2018 möchte das Jobcenter Dortmund schwerbehinderten und rechtlich gleichgestellten Menschen die Gelegenheit geben, eine der größten Sozialbehörden Deutschlands als potentiellen Arbeitgeber kennenzulernen. Sie haben die Möglichkeit zu erfahren, was genau die Aufgaben des Jobcenters sind, wie die Beratung in der Arbeitsvermittlung funktioniert und wie Leistungsanträge bearbeitet werden. Je nach Nachfrage wird man versuchen, die Hospitationen bei Kolleginnen und Kollegen mit vergleichbaren körperlichen Einschränkungen stattfinden zu lassen.

Bei Interesse können Sie sich gern bei Dirk Henke und Katharina Schultejans unter den Rufnummern 0231/ 842 9355 und 0231-842 1453 oder per Mail unter Jobcenter-Dortmund.Inklusionsbeauftragte@jobcenter-ge.de informieren.

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Jobcenter lädt zum Tag der Hospitation
18.10.2018 Von der Straße zurück in die eigenen vier Wände
(Presseinformation Nr. 24)

Von der Straße zurück in die eigenen vier Wände -

Wie Obdachlose über Unterstützung in ein strukturiertes Leben finden können

 

Dortmund- Jeder kennt sie, sie gehören irgendwie zum Stadtbild: Menschen, die abends mit ihren Schlafsäcken in Gebüschen oder vor Hauseingängen übernachten – der Volksmund spricht von Obdachlosen, also Menschen ohne festen Wohnsitz. In Dortmund waren im August 2018 rd. 550 Personen ohne festen Wohnsitz gemeldet. Die Tendenz steigt. In einem Sozialstaat müsste eigentlich niemand auf der Straße leben. Doch die Hintergründe, die zum Verlust einer Wohnung führen können, sind sehr vielfältig. Oft stecken persönliche Schicksalsschläge, nicht selten eine Suchterkrankung, psychische Erkrankungen oder finanzielle Schwierigkeiten dahinter. Wird die Miete drei Monate nicht bezahlt, folgt die Kündigung und letztlich die Räumungsklage.

Es gibt aber auch staatliche Hilfsangebote. Droht der Verlust einer Wohnung wird das Sozialamt beispielsweise schon präventiv tätig, es können gewisse Kosten übernommen werden und es wird versucht, schnellstmöglich eine Ersatzwohnung zu finden. Wer erwerbsfähig ist, aber kein oder ein zu geringes Einkommen erzielt, kann vom Jobcenter Grundsicherung und die Kosten für eine Wohnung erhalten.

Allerdings fällt es vielen Obdachlosen sehr schwer, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Oft besteht eine große Hemmschwelle sich mit bürokratischen Angelegenheiten zu befassen, geschweige eine

Behörde zu betreten. In der Luisenstraße nahe der Innenstadt hat das Jobcenter seit 2005 extra eine eigene Anlaufstelle für Wohnungslose, um eine möglichst hohe Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden zu erhalten. Grundsätzlich wird der Standort gut angenommen, jedoch können nicht alle Wohnungslose so erreicht werden.

In Dortmund gibt es viele engagierte Kräfte, die sich um obdachlose und von Armut betroffene Menschen kümmern. Es gibt beispielsweise Suppenküchen, die Tafel, das Gasthaus mit Frühstücks-, Aufwärm- und ärztlichen Untersuchungsmöglichkeiten, die Drogenberatungsstelle (DROBS) und die Diakonie mit Beratungsstelle, Kleiderkammer, Duschmöglichkeiten, Krankenwohnungen, Wohntraining und aufsuchenden Hilfen. Diese Hilfsangebote werden gut angenommen.

Jenny Vesper und Christian Kürpick arbeiten im Jobcenter Dortmund in der Obdachlosenbetreuung. Von ihnen kam im Gespräch mit den Netzwerkpartnern die Idee, eine mobile Beratung des Jobcenters für wohnungslose Menschen in deren Einrichtungen anzubieten. „Wir führen unsere leistungsrechtlichen und vermittlerischen Beratungsgespräche in vertrauter Umgebung und lockerer Atmosphäre. So gelingt es uns, einen Zugang zu den Menschen zu erhalten. Wir können sie über unsere Unterstützungsangebote informieren und sie zurück in unser Hilfesystem holen“, erklären die beiden Jobcentermitarbeiter ihr Konzept.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Etwa 40 bis 50 Personen nehmen diese Möglichkeit im Monat in Anspruch. Hemmnisse gegenüber der Behörde werden abgebaut, die Angebote gut angenommen,

zustehende Geldleistungen und Krankenversicherungsschutz ermöglicht. Rund 50 Kunden konnten auf diese Weise seit Jahresbeginn wieder eine eigene Wohnung beziehen, ebenfalls gut 50 haben eine Arbeitsgelegenheit und sogar 23 eine Beschäftigung aufgenommen.

Arbeitsgelegenheiten, im Volksmund auch 1,50 Euro-Job genannt, erleben eine starke Nachfrage, weil die Menschen froh sind, wieder eine Struktur zu erleben und eine sinnstiftende Tätigkeit auszuüben.

Herr Thomas Bohne, Leiter der diakonischen Beratungsstelle ZBS, kann das nur bestätigen: „Die Nähe und das Vertrauensverhältnis sind ganz wichtig. Viele unserer Klienten haben keine oder nur wenige soziale Kontakte, Schulden oder Suchterkrankungen. Daraus resultiert oft die Angst, zu Ämtern zu gehen.“  Bei der Diakonie können Obdachlose eine postalische Erreichbarkeitsadresse erhalten. So ist gewährleistet, dass wichtige Informationen, beispielsweise auch Bescheide von Ämtern, sie erreichen. Die Diakonie verzeichnet bereits seit 2010 einen jährlichen Anstieg um 60 % bei ihren Beratungsgesprächen und Fallzahlen, was sie u.a. auf fehlenden Wohnraum, steigende Armut, zunehmende Psychiatrische- und Suchterkrankungen zurückführt.

Diesen Eindruck kann Christian Köhler, stellv. Einrichtungsleiter der Drogenberatungsstelle DROBS, nur bestätigen: „Auch in unserer niedrigschwelligen Einrichtung ‚Café Flash‘ haben die Beratungsbedarfe deutlich zugenommen. Menschen die unser Angebot nutzen sind oftmals mit multiplen gesundheitlichen und sozialen Problemlagen belastet, so dass prekäre Wohnverhältnisse oder sogar Obdachlosigkeit bei den Betroffenen oft anzutreffen sind. Im Bereich der finanziellen Lebenssicherung, gesetzlichen Gesundheitsversorgung sowie Klärung der Wohnsituation ist die aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit mit der aufsuchenden Beratung des Jobcenters sehr hilfreich, da Zugangshemmnisse verringert und leistungsrelevante Aspekte oftmals schneller und pragmatischer bearbeitet werden können.“

Die Geschäftsführerin der Wohnungsloseninitiative Gasthaus statt Bank, Katrin Lauterborn, ist von dem neuen Konzept überzeugt: „Wir finden die mobile Beratung klasse, weil viele Menschen dadurch Unterstützung vom Jobcenter und Perspektiven erhalten haben, die selbstständig nicht den Weg in die Behörde gefunden hätten.“

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen ihre Vorurteile ablegen und uns nicht mehr als strenge Behörde wahrnehmen, sondern als Partner, die gemeinsam mit den Trägern wirksame Hilfen für die Verbesserung ihrer Lebenssituation anbieten. Obdachlosigkeit entgegenzuwirken bleibt eine große Herausforderung. Wenn wir unsere Kräfte und Unterstützungsangebote durch gemeinsame Kooperationen bündeln, kann es gelingen, viele Menschen wieder zurück in unser System, und letztlich in die Mitte der Gesellschaft zurückzuholen“, so Vesper und Kürpick vom Jobcenter Dortmund abschließend.

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Diese Zusammenarbeit ist in Deutschland wohl einmalig und wurde bereits in Berlin beim Forschungsinstitut für Innovative Arbeitsmarktforschung und bei der Bremer Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung vorgestellt.

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Von der Straße zurück in die eigenen vier Wände
28.09.2018 Besser essen - Mehr bewegen
(Presseinformation Nr. 23)

Besser essen - Mehr bewegen


Dortmunder Tafel führt einen Kochkurs für Arbeitssuchende mit Kindern durch

                      

Dortmund - „Besser essen – Mehr bewegen“ - unter diesem Motto lädt die Dortmunder Tafel in Kooperation mit dem Jobcenter Dortmund Väter und Mütter mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren zu einem Kochkurs ein. Zum Deutschen Tafeltag am 29. September stellten die Verantwortlichen das erstmals durchgeführte Projekt der Öffentlichkeit vor.

In der Lydia – Kirchengemeinde in der Dortmunder Nordstadt kocht Projektleiterin Vera Grashoff einmal in der Woche gemeinsam mit den Teilnehmenden saisonale leckere und gesunde Mahlzeiten. Die Teilnehmenden sollen lernen, auch mit wenig Geld und einfachen Lebensmitteln lecker und gesund zu kochen.

„Es dreht sich viel um das Thema gesunde Baby- und Kindernahrung. Wir kochen gesunde Gerichte, die der ganzen Familie schmecken. Außerdem erklären wir den Müttern und Vätern, worauf sie beim Einkaufen achten sollten. Was viele nicht wissen: gerade in den vermeintlich gesunden Fertigprodukten für Babys ist sehr viel Zucker. Mein Lieblingsbeispiel ist der Instant-Fencheltee für Babys ab einer Woche. Hier ist Maltodextrin die erste Zutat – ein anderes Wort für Traubenzucker“, berichtet Vera Grashoff.

„Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass sich unsere Kundinnen und Kunden mit gesunder Ernährung und Bewegung auseinandersetzen.“, erklärt Eva Hüppen, Teamleiterin und Gesundheitskoordinatorin im Jobcenter Dortmund. „Gesundheitliche Probleme können in Folge von Arbeitslosigkeit entstehen oder sich weiter verschlechtern. Erkrankungen und gesundheitliche Belastungen stellen dann ein Vermittlungshemmnis dar und erschweren es, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Um diesen Kreis zu durchbrechen, brauchen wir Kooperationen wie diese, um die arbeitslosen Menschen zu erreichen. Besonders Erziehende und Alleinerziehende, deren Alltag durch den Betreuungsauftrag ohnehin erschwert ist, sind eine wichtige Zielgruppe für uns.“

Die Kinder sind übrigens ebenfalls herzlich zur Teilnahme eingeladen: Es gibt gemeinsame Bewegungsspiele mit den Eltern und während des Kochens ist eine Kinderbetreuung gewährleistet.

Am Ende eines jeden Termins steht das gemeinsame Essen mit Kindern und Eltern.

Das Projekt findet wöchentlich donnerstags von 10 bis 13 Uhr im Lutherzentrum der Lydia-Kirchengemeinde (Flurstraße 41) statt. Weitere Teilnehmer sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Projekt wird gefördert durch das Bündnis für Gesundheit der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) gefördert.

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PI_23_Besser_Essen_Mehr_Bewegen.pdf
27.09.2018 Gipfeltreffen der Gleichstellung
(Presseinformation Nr. 22)

Gipfeltreffen der Gleichstellung

Die Gleichstellungsbeauftragten der 20 größten Jobcenter tagten in Dortmund

 

Dortmund- Unter dem Motto „20up“ trafen sich vom 19. bis 21. September die Gleichstellungsbeauftragten der 20 größten Jobcenter Deutschlands zu einem dreitägigen Kongress. Dazu geladen hatte Iris Lamay, die 2017 zur Gleichstellungsbeauftragten im Dortmunder Jobcenter gewählt wurde. Die Frauen tauschten sich über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur Gleichstellung von Frauen und Männern in den einzelnen Jobcentern aus.

 

Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers, hielt Professor Dr. Stefan Sell von der Universität Koblenz einen Impulsvortrag zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Unternehmensziel - Absichtserklärung oder Realität“ und nahm dabei besonders die Teilzeitkräfte in den Jobcentern in den Fokus. Im Anschluss diskutierten die Gleichstellungsbeauftragten über die Folgen von Teilzeitarbeit und der Rentenfalle. „Leider stellen wir nach wie vor fest, dass auch im öffentlichen Dienst Frauen bei der Entscheidung für Kinder beruflich einen Gehaltsverlust befürchten müssen, während der berufliche und gehaltliche Weg bei Männern - egal, wie viele Kinder sie haben - stringent weiter verläuft. Um diese Situation aufzubrechen, ist es sehr wichtig, dass wir Treffen wir diese veranstalten. Wir tauschen Erfahrungen und Informationen aus und lernen von den Best Practice Beispielen der anderen“, erklärt Iris Lamay.

 

„Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten ist für das Jobcenter Dortmund enorm wichtig“, betont Frank Neukirchen-Füsers, „gemeinsam haben wir einen Gleichstellungsplan mit konkreten Zielen aufgestellt. Mithilfe dessen konnten wir seit 2012 die Quote der Teamleiterinnen von 35 auf 39 Prozent und die der stellvertretenden Teamleiterinnen von 49 auf 52 Prozent steigern. Wir wollen den Anteil der Frauen mit Führungs- und Leitungsaufgaben weiter vergrößern. Ein Baustein dazu ist unser Mentoring-Programm, das wir in diesem Jahr zum sechsten Mal durchführen. Inzwischen haben 69 Frauen daran teilgenommen, von denen viele mittlerweile beruflich aufgestiegen sind.“

 

 

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PI_22_Gleichstellungsgipfel.pdf
20.09.2018 Karriere im Jobcenter
(Presseinformation Nr. 21)

Karriere im Jobcenter

18 Nachwuchskräfte starten ihre Ausbildung beim Jobcenter Dortmund

 

Dortmund- Als Arbeitsvermittler Menschen in Arbeit bringen oder als Sachbearbeiter Geldleistungen berechnen – so könnte der Arbeitsalltag von 18 jungen Menschen, die Anfang September ihre Ausbildung beim Jobcenter Dortmund begonnen haben, aussehen. Fünf von ihnen sind angehende Verwaltungsfachwirte, die übrigen 13 absolvieren ein duales Studium zum Bachelor of Law an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Angestellt sind die Beamtenanwärter bei der Stadt Dortmund, werden aber eigens für das Jobcenter Dortmund ausgebildet. In zwei praktischen Ausbildungseinsätzen lernen sie die vielfältigen Tätigkeiten des Jobcenters kennen und werden auf ihren späteren Einsatz vorbereitet. Interessierte können sich unter der Rubrik „Karriere“ auf www.dortmund.de näher informieren.

 

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PI_21_Karriere_im_Jobcenter.pdf

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